PERIPHERIE UND MITTE

Projekt eines fotografischen Essays über Solitär, Lücke, Reihe - Architektonische Figuren und Fraktale städtischer Raumordnung

Am Beispiel des Hauptstadtbezirks Tempelhof-Schöneberg

Zentrale Orte und wichtige Gegenstände der geplanten fotografischen Beobachtungsreihe, die prinzipiell die ganze Stadt umfasst, liegen gerade in Tempelhof-Schöneberg, wie aus dem Arbeitsplan und den Fotografien deutlich wird, die seit der Preisverleihung im Haus am Kleistpark, Berlin, ausgestellt sind. Das bewog mich dazu, das Projekt erst einmal auf diesen Bezirk zu fokussieren.

Seit langem schon beschäftigt mich das Phänomen der Peripherie oder der hereinbrechenden Ränder, das sich ja nicht etwa auf den eigentlichen Stadtrand beschränkt, an dem Schöneberg seit der Bezirkszusammenlegung mit Tempelhof auch teilhat, sondern an vielen Orten sichtbar wird. Manchmal mitten in der Stadt sich zeigt, in der unvermittelten Isolation einzelner Bauten, in der Zersplitterung der Formen wie in den fühlbaren Verwirblungen abreißender Strömung zwischen den Gebäuden.

So habe ich zum Beispiel 1993/94 in der Panoramen-Serie „Stadtrand Berlin“ den Blick von außerhalb auf die ihre Grenzen übertretende Stadt gerichtet, während ich gleichzeitig in Berlin-Mitte die Friedrichstraße mehr „Lücke für Lücke“ als Haus für Haus vor ihrem grandiosen Wiederaufbau fotografierte. Stadt und Vorstadt, Drinnen und Draußen spiegeln sich in beiden Serien wider.

Ziel meines aktuellen Projekts ist es, das großstädtische Phänomen „Peripherie und Mitte“ in der Fotografie sichtbar zu machen und an ausgewählten Orten in Tempelhof-Schöneberg (siehe Planeintragungen in der Projektausstellung) mit Farb- und Schwarzweißfotografien festzuhalten. Ausstellung und Zusammenfassung in einem Katalog mit begleitendem Text sowie eine Internet-Präsentation hoffe ich, damit ebenfalls zu erreichen.

André Kirchner, Berlin 2005/2006